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Das ist die Zeitung vom 2/3. Januar 1945, den Tagen, an denen ich geboren wurde. Klingt im ersten Moment blöd, wenn man behauptet, an zwei Tagen geboren zu sein - die Auflösung kommt gleich.
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Meine Mutter, eine waschechte Kölnerin, wurde 1944 als 'Schwangere' evakuiert, weil aus dem Westen die Amerikaner auf Köln vorrückten. Also ab in den Osten, nach Lebus bei Frankfurt an der Oder. Dort kam ich am 2. Januar 1945 zur Welt. Die Menschen in jenen Tagen waren sehr schlecht über die wahre Situation Deutschlands informiert. Und obiger Zeitungsausschnitt beweist ja auch, dass von der Führung so getan wurde, als wäre der Krieg nicht verloren. Meine Mutter wusste: immer bis zum 2. eines jeweiligen Quartals - also 2. April, 2. Juli, 2. Oktober und 2. Januar - wurde zum Militär eingezogen. Und um mir weitere drei Monate bis zur Einberufung zu gönnen, bat sie die Hebamme, als Geburtstag den 3. Januar einzutragen. Der war das völlig egal - sie tat es.
Und so steht also bis zum heutigen Tag 3.1.1945 in meinem Ausweis, geboren wurde ich aber am 2.1.1945. (Hoffentlich liest das der Innenminister nicht und ich bekomme noch Schwierigkeiten ;-)) Gefeiert wird natürlich an beiden Tagen - und ebenso natürlich nehme ich auch an beiden Tagen Geburtstagsgeschenke an.
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Das beweist zwei Dinge: meine Mutter sah durchaus noch die Möglichkeit, dass dieser Krieg noch lange dauern würde - und sie hat in weiser Voraussicht schon mal für ihren Sohn gelogen. Danke, Mammi!
Der Aufenthalt im Osten dauerte nicht lange - die Russen rückten weiter vor. Schon wenige Tage nach meiner Geburt machte sich meine Mutter mit meinem knapp sechs Jahre älteren Bruder Klaus und mir auf den Weg zurück nach Köln. Nun mag das heute eine Angelegeheit von einem Tag sein - aber damals fuhren keine Züge mehr, die Infrastruktur war völlig am Boden. So blieben nur die Füsse. Unglaublich: zu Fuss von Lebus nach Köln - mit zwei kleinen Kindern. Eine unglaubliche Leistung, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Unterwegs lief man nicht einfach über die Straße. Meine Mutter erzählte mir von Tieffliegerangriffen, die diesen Treck von Flüchtlingen immer wieder in die Straßengräben trieben. Mein Bruder hat es mitbekommen - ich als Säugling nicht.
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Köln lag am Boden, als meine Mutter mit den Söhnen ankam. Wir zogen zuerst nach Merten, einem Dorf am östlichen Rande des Vorgebirges, gelegen zwischen Köln und Bonn - heute gehört Merten zu Bornheim. Hier beginnen meine ersten Erinnerungen - an sehr kalten Winter, an herrliche Schlittenfahrten mit meinem Bruder Klaus, an traumhaft heiße Sommer, in denen wir zum Berggeistsee gingen, um zu baden. Für mich eine sehr unbeschwerte Zeit - für meine Mutter schrecklich. Wie sollte sie ihre beiden Söhne ernähren? Manchmal zogen wir drei los, um auf den Feldern Kartoffeln zu 'ernten' - also um zu klauen. Der damalige Kölner Kardinal Frings hatte den Mundraub ausdrücklich sanktioniert - deshalb nannte man später das Beschaffen von essbarem 'fringsen'. Trotz allem, meine Mutter musste sich eine Arbeitsstelle in Köln suchen, die sie schließlich auch fand. Dafür musste sie für Klaus und mich eine Unterbringung finden. Mein Bruder kam in ein Heim in Köln, ich zu Tante Gerti, der Schwester meiner Mutter, nach Unna/Westfalen.
Das alles geschah Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre. Das Bild zeigt mich 1950 mit Tante Gerti. Auf zwei weiteren Fotos von 1950 stehe ich mit meinem damaligen Freund - seinen Namen habe ich leider vergessen. Und eins zeigt mich im Januar 1951 - ein fröhlicher Junge sieht anders aus. Dabei muss ich allerdings zugeben, dass die Zeit in Unna sehr schön war - zumindest soweit ich mich erinnere. Wir wohnten in der Massener Straße, ungefähr dort, wo heute der 'Dortmunder Ring', die A1 verläuft. Gegenüber von diesem Haus, in dem wir unter dem Dach wohnten, waren riesige Felder, in denen ich mit meinen Freunden spielen konnte. Knapp zehn Jahre später war ich noch einmal zu Besuch in Unna - da fiel mir auf, dass die Felder doch sehr klein waren - überhaupt war alles viel kleiner als in der Erinnerung. |
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| Der Junge neben mir auf dem Foto war damals mein bester Freund - heute weiß ich nicht mal mehr seinen Namen. Vielleicht kennt jemand den Jungen und kann mir sagen, wer das ist. Freunde der Schwester meiner Mutter hatten in Unna ein Haus direkt am Bahnhof und/oder am Bahndamm. Ich glaube, der Mann des Hauses arbeitete bei der Bahn. Jedenfalls hatte ich viele Jahre den Geruch in der Nase, den vorbeifahrende Lokomotiven verursachen. Ich erinnere mich daran, dass ich damals auch Lokomotivführer werden wollte - wegen des Dampfgeruchs der Lokomotiven. Und wegen der Kraft, die diese für einen kleinen Jungen riesigen Maschinen hatten. |
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Noch 1951 hatte meine Mutter eine Wohnung in Köln-Ehrenfeld in der Rothehausstraße ergattert. 'Wohnung' ist vielleicht ein wenig zu viel gesagt: die Bude bestand aus einem Raum, der wenig mehr als 20qm hatte. Jetzt kam die Volksschule, jetzt kamen die ersten richtigen Freunde - von denen man einige in der Foto-Galerie unter 'Jugendjahre' sehen kann - und dann wurde ich das, was man damals ganz richtig als 'Halbstarken' bezeichnete.
Peter, Leo, Hugo, Franz und ich waren eine feste Clique. Das Bild links zeigt in der oberen farbigen Reihe v.l.n.r. im Jahre 2008 Leo, Hugo, mich und Peter. Das schwarz/weiß Bild, aufgenommen am 28.3.1962 in der Rothehausstraße, zeigt v.l.n.r. Hugo, Leon, mich und Peter. Franz, der 5. Halbstarke, ist inzwischen schon gestorben.
Fast alles wurde gemeinsam gemacht - und besonders die vielen Kinobesuche sind mir bis heute bestens in Erinnerung. In Ehrenfeld gab es damals richtig viele Kinos, 'Primus', 'Helios', 'Leo', 'Rio' und das 'Urania' fallen mit ein. An manchen Sonntagen waren wir drei Mal im Kino. Zuerst in der 'Jugendvorstellung' um 11.00 Uhr Vormittags, dann um 14.00 Uhr und noch mal um 18.00 Uhr. Das Geld für die vielen Kinobesuche verdienten wir uns z. B., in dem wir Schrott sammelten und an die 'Altrüscher', die Schrotthändler, verkauften. Ich möchte nicht wissen, wie die uns Kinder über den Tisch gezogen haben - aber was soll es: wir hatten unsere 50 Pfennig für die Jugendvorstellung und jeweils 1 Mark für zwei 'Hauptvorstellungen'. Und dann benötigten wir Geld für die Akim- und Tarzan-Streifenheftchen, die 20 Pfennige kosteten. 1959 war Akim plötzlich weg von der Liane - dafür kam als Ersatz Tibor. Fand ich schon nicht mehr so interessant. Sigurd war mir zu gelackt, Micky Maus fand ich witzig, Fix und Foxi nur doof. Was haben wir damals Berge von diesen Hefchen gehabt - und irgendwann wurden sie weggeschmissen oder gegen einen anderen Schrott eingetauscht. Wenn wir das damals gewusst hätten: für einzeln Ausgaben dieser Comics bezahlen heute Sammler 1.000 - 6.000€.
Aber schöner als Streifenheftchen war das Kino. Wenn mal ein ganz neuer Film nur am 'Ring' in Köln lief, liefen wir zufuß bis in die Stadt. Die Venloerstraße runter, am Hubschrauberlandeplatz vorbei - der damals eine Sensation war. Die belgische Luftverkehrsgesellschaft 'Sabena' bot ab dem 11.10.1950 auf der Strecke Brüssel-Lüttich-Maastricht-Köln einen Flugdienst ein. Diese Strecke diente als Zubringerstrecke der Luftlinie Brüssel-New York. Start und Landeplatz war der 'Heliport' an der Venloer Straße/Innere Kanalstraße. Manchmal gingen wir nur dahin, um den Hubschrauber landen und dann wieder starten zu sehen. Aber dann weiter Richtung Stadt - unter der Eisenbahnbrücke durch, am Stadtgarten vorbei und schon war man am Friesenplatz, an den sich damals wie heute der 'Ring' anschloss. In dieser Höhe waren einige für damalige Verhältnisse wirklich große Kinos - gegen die heutigen Multiplex-Paläste waren es jedoch Hüttchen.
1960 kam der Film 'Ben Hur' in die Kinos - das Ding dauerte über drei Stunden und wurde in den Kinos mit einer Pause von rund 10 Minuten gespielt. Ich fand besonders das Wagenrennen toll, und das lief im zweiten Teil. Irgendwann hatten wir raus, dass die Zuschauer in der Pause auf einen Hof hinter dem Kino geschickt wurden, der wiederum von der Straße leicht zugänglich war. Ich hatte beobachtet, wie Zuschauer in der Pause an ein 'Büdchen' gingen und sich ein Bier zischten. Neugierig ging ich mit ihnen zum Kino zurück und sah, wie sie in den zweiten Teil der Vorstellungen gingen. Und da sind war dann einfach mitgegangen - besonders an Nachmittagen an denen sicher war, dass das Kino nicht ausverkauft war. Und so habe ich das Wagenrennen von 'Ben Hur' ungefähr 25 Mal gesehen, den erste Teil nur einmal.
Speziell an die Jugendvorstellungen habe ich merkwürdige Erinnerungen. Ein Kino voll mit johlenden Halbstarken, ein Lärmpegel, der sicher kurz vor dem einem startenden Rosinenbombers war. Und ein Geruch wir im Karnickelstall. Badezimmer waren damals in den teilweise noch stark zerbombten Häuser kaum zu finden. Wir jedenfalls hatten keins - und das 'Klo' befand sich auf der Treppe zwischen Parterre und dem 1. Stock, in dem wir hausten.
Einer unsere liebsten Spielplätze - neben den 'normalen' Trümmergrundstücken - war der Fröbelplatz. An der Ecke Fröbelstraße/Vogelsanger Straße befand sich ein 'Büdchen', das von zwei älteren Damen betrieben wurde. Irgendwie liebenswert und schrullig - und immer vor den Gefahren des Rauchens warnend, wenn wir uns unsere ersten Zigaretten kauften. Ich erinnere mich an eine Marke, die 'Supra' hieß - und die in Dreierpackungen verkauft wurden. Man konnte allerdings auch einzelne Zigaretten kaufen - 10 Pfennige das Stück. Oft genug haben wir uns leere Flaschen hinter dem Büdchen geklaut und sie vorne gegen Pfand wieder abgegeben: Sorry Ladies, wir waren jung und brauchten das Geld. Für die Zigaretten - und die wieder, um in Filme zu kommen, für die wir eigentlich zu jung waren.
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Das Bild rechts wurde 1961 auf einem Feld an der Inneren Kanalstraße Ecke Venloer Straße aufgenommen.
Und das Bild wurde ebenfalls 1961 gemacht.

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Der Cliff Richard & The Shadows Fan-Club
Oben Franz, in der Mitte Hugo, vorne ich - das Bild wurde 1962 aufgenommen und zeigt den Vorstand des Cliff Richard and Shadows Fan Clubs. Ich kann micht erinnern, dass wir sogar versuchten, ein eigenes regelmäßiges Club-Heft zu veröffentlichen. Es müssten sogar ein oder zwei Folgen davon erschienen sein. Heute kann ich nur hoffen, dass davon nie wieder eins auftaucht. Es waren die ersten dilettantischen Versuche, über Musik zu schreiben. Vielleicht lag es aber auch an der Person, über die wir schreiben wollten bzw. sollten, wenn wir denn also ein Fan Club von Cliff Richard waren. Nicht, dass wir Cliff und erst recht die Schadows nicht mochten - aber Hardcore-Fans? Eher nö!
Der Fan Club war genau genommen am Beginn der 60er Jahre der Versuch, Kontakt zur Electrola/EMI in Köln-Braunsfeld herzustellen. Eigentlich wollten wir einen 'Columbia Fan-Club' gründen - das wollte aber die EMI nicht. Sie schlugen uns vor, einen Künstler Fan-Club zu gründen. Und da uns von den Columbia-Künstlern Cliff noch am bekanntesten war, nahmen wir den. Zuerst bestand der Club nur aus Franz Kuss, Hugo Köhler und mir - und wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, kamen auch nicht viele dazu. War auch egal - wir hatten den Kontakt zur Electrola, und das war das Wichtigste. Immerhin: wir hatten einen eigenen Stempel!
Im Laufe der 60er, 70er und 80er Jahre bin ich Cliff öfters begegnet - er ist ganz ohne Zweifel ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Kein bisschen arrogant, völlig normal. Eben ein Superstar, der sich nicht aufgeblasen muss, um etwas darzustellen. Das Bild links wurde 1983 während einer TV-Sendung von der Funkausstellung in Berlin aufgenomen.
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Zurück zum Beginn der 60er Jahre. Meine schulischen Leistungen waren Anfangs gut, wurden dann aber immer schlechter. Spätestens ab 1958 galt mein Interesse der Pop-Musik. Fats Domino und Elvis waren meine Idole - und die meiner Freunde. Alles verdiente Geld wurde in Single gesteckt. Und wenn das nicht ausreichte, wurden auch schon mal Platten geklaut - Dank und Entschuldigung an Radio Wilden in Ehrenfeld!
Denn es waren genau diese Platten, die mir den nächsten Schritt ermöglichten - im Jugendheim an der Ecke Venloerstraße/Geisselstraße (Bild links im Jahre 2008 - sah aber damals ganz genau so aus) suchten sie nach einem geeigneten Plattenaufleger - den Begriff DJ kannte noch keiner. Der sollte natürlich über eigene Platten verfügen, denn das Jugendheim hatte keine. Und da unser Cliff Richard Club, Peter und ich inzwischen schon über eine beachtliche Anzahl von Singles verfügten, wurde ich gebeten, die doch mal zu einem Tanzmusikabend mitzubringen. Machte ich auch - aber mit den Mädchen haperte es noch. Schließlich tanzten die Jungs alleine - aber der Grundstock für den kommenden Rundfunkmoderator war gelegt. Wenn mich das damals jemand prophezeit hatte, hätte ich ihn ausgelacht oder als Spinner bezeichnet - aber genau so kam es.
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1962 ein kurzes Intermezzo bei der Bundeswehr, die aber sehr schnell merkten, dass ich als Soldat eine absolute Pflaume war.
Schließlich eine Lehre als Versicherungskaufmann bei der Allianz in Köln. Den Kaufmannsgehilfenbrief erhielt ich mit Hängen und Würgen - und ich glaube noch heute, dass sie mir den nur gegeben haben, weil sie mich los sein wollten. Auch schön, denn schon ab 1965 arbeitete ich 'nebenberuflich' als Disk-Jockey. Dann kam 1967 die berufliche Wende: die EMI-Electrola suchte einen Disk-Jockey-Betreuer. Klaus Böhnke (Danke Klaus - und an Antje Mennenga, die bei mir 'abnickte'!) empfahl mich. Sehr schnell wurde aus mir ein Sender- und Künstlerbetreuer. Nun zog ich durch ganz Deutschland, die Schweiz und Österreich und besuchte die Rundfunkanstalten. Aus meinem Hobby war Beruf geworden.
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Meine erste eigene Radiosendung durfte ich für Elmar Zimber vom SDR machen - sie war nicht live, sondern wurde von mir in Köln auf Band aufgenommen und dann nach Stuttgart geschickt. Hier ist der Beweis: meine erste Sendung hieß 'Oldies - But Goodies' und lief am 5.8.1969.
Interessant auch das Honorar: 250,-- DM für Zusammenstellung, Moderation und Aufnahme. Klingt aus heutiger Sicht nicht gerade hoch - war mir aber egal: ich war Stolz wie Bolle! Immerhin: von der Bruchbude in Köln-Ehrenfeld zum SDR nach Stuttgart!
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Anfang 1970 besuchte ich mit einem Künstler den SWF. Die hatten gerade mit einer neuen Programmschiene begonnen, dem Pop-Shop auf SWF3. Der Künstler (ich weiß nicht mehr, wer das war) machte sein Interview - danach ging ich zum Boss des Pop-Shop, zu Walther Krause, bedankte mich artig und hörte dann seine Frage, wie mir denn das Interview gefallen habe. 'Wenn ich es mit dem Interpreten aufgenommen hätte, wäre das besser für ihn, für mich und für die Hörer gewesen' antwortete ich. Und dann sagte Krause: 'Wenn Sie das Gefühl haben, Sie können es besser als der jetztige Moderator, dann machen Sie es doch mal für eine Woche'. Gesagt, getan - und aus der Woche wurden viele viele Jahre.
Zum Hörfunk kam Fernsehen - heute noch wird von vielen Zuschauern die ARD-Reihe "Ohne Filter" als eine der besten Musiksendungen des TVs angesehen. Sehr schön und erfolgreich war der WWF-Club, den ich 10 Jahre und 400 Sendungen lang in Köln moderierte. Eine wunderbare Zeit hatte ich beim BR mit der Sendung 'Supergrips' - zu allen Sendungen gibt es in der 'Foto-Galerie' etliches zu sehen.
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Und jetzt noch der 'offizielle' Pressetext, den irgendwer irgendwann mal über mich geschrieben hat und der faktisch richtig ist:
Sein umfangreiches Wissen über das Thema Popmusik vermittelt der Musikfan seit Jahren in zahlreichen Büchern: Da gibt es einerseits Monographien über z. B. Joe Cocker oder Cliff Richard, andererseits aber auch umfassende Werke über die Geschichte der Popmusik, so z. B. 'Frank Laufenbergs Hit-Lexikon des Rock- und Pop' oder 'Frank Laufenbergs Pop Diary' (auch auf CD-ROM).
Die Fernsehzuschauer kennen Frank Laufenberg nicht nur aus der oben erwähnten Musiksendung "Ohne Filter". Auch hier zeigt sich seine Vielseitigkeit: Zehn Jahre und 400 Sendungen lang moderierte er jede Woche live aus Köln für den WDR den "WWF-Club". Ebenfalls beim WDR war er der erste Moderator der TV-Sendung "Computer Club". 1982 moderierten er und Beate Rudolph die ZDF-Kinder-Nachrichtensendung "Pinnwand", aus der später "Logo" wurde. 250mal konnte man in der ARD seine BR-TV-Gameshow "Supergrips" sehen, und 1990 bis 1991 hieß es bei SAT.1 "Frank & Frei" und "Zapp". Zwischendurch moderierte er für das ZDF den "Schülerexpress" und erstellte Beiträge für die ARD-Sendung "Lieder & Leute". Ab 2001 bis 2007 war er wöchentlicher Gast in der Sendung "Kaffee oder Tee?" im SWR-Fernsehen. Für dieses Programm erstellte er auch viele Beiträge mit diversen Prominenten unter dem Motto "Meine erste Platte".
6 Jahre lang moderierte er bei Radio RPR die bis heute einmalige Sendung "Bei Anruf Pop", in der die Hörer sofort Antwort auf ihre musikalischen Probleme und Wünsche bekamen.
Zwischen 1996 und 1999 hatte er einen Lehrauftrag an der Musikhochschule in Karlsruhe zum Thema Popmusik.
Seit 1999 ist Frank Laufenberg wieder als freier Mitarbeiter zum SWR zurückgekehrt und arbeitet dort für SWR1 und SWR2.
Im Juli 2007 erschien eine neue, völlig überarbeitete Version vom 'Hit-Lexikon des Rock- und Pop' - diesmal in drei Bänden mit 2704 Seiten. Darin wieder alle Hits ab 1940. Redaktionsschluss war Ende November 2006. Das bedeutet, dass hier 56 Jahre Hitparadengeschichte aufgearbeitet wurden. Alle, die ab 1940 einen Top-10-Hit in den USA, in GB oder in Deutschland hatten, fanden Aufnahme - und alle Interpreten, die es in Deutschland jemals unter die ersten 10 der LP-Charts schafften. Dazu wieder das schon obligate und wichtige Register nach Interpreten, Gruppen und Titeln - alleine das Register umfasst 270 Seiten. Wer in diesem Lexikon nicht steht, hatte keine Hits!'
Siehe dazu auch unter Kapitel Bücher
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Entschleunigung:
Freitag, der 14.2.2008 - im Hintergrund zeigt die Uhr 20.45. Ingrid und ich sind mit dem Ehepaar Pauli im Elsass. Wir sind alle guter Dinge - wie man auch an eben diesem Bild sieht, das Ingrid um 1/4 vor neun von Jürgen und mir schoss. Eine Stunde später lag ich in in der Notaufnahme der Stadtklinik Baden-Baden. Irgendwo im Körper hatte sich ein Blutgerinsel oder eine Verkalkung gelöst, die bis ins Gehirn vordrang. Das Ergebnis nennt man einen Gehirnschlag. (Heute mit dem Abstand kann ich sagen, dass ich glimpflich davon gekommen bin. Mein Sprachzentrum wurde nicht beschädigt. Ab dem 1.3.2008 machte ich wieder meine Sendungen).
Freitag, den 7.3.2008 - rund drei Wochen war dieser 'Vorfall' jetzt her. Bei den Reha-Behandlungen wurde immer deutlicher, wieviel Glück ich gehabt hatte. Vor allem der Reaktion von Ingrid habe ich es zu verdanken, dass der 'Stroke' schnell behandelt werden konnte - sie war es, die die Situation sofort erkannte und richtig einschätzte. Und Jürgen, der wie ein 'Henker' in die Stadtklinik Baden-Baden fuhr. Ein weiterer Glücksfall: dort traf ich in der 'Stroke-Unit' auf einen absoluten Spezialisten, der schnell und präzise handelte. Ich bin nicht sonderlich religiös, aber Gott: ich Danke Dir!
Zu einem 'Schlag' tragen sicher viele Faktoren bei - Alter, zu hoher Blutdruck (!), Lebenswandel, Trinken, Essen - und Rauchen. Wenn es etwas gibt, was wirklich überflüssig als Risikofaktor ist, dann ist es das Rauchen. Ich habe es nach diesem 'Warnschuss' sofort aufgegeben - es fehlt mit absolut nichts. Wenn mich heute jemand besucht und rauchen will, darf er das selbstverständlich. Nichts ist schlimmer als die 'bekehrten' Raucher, die es den Anderen nur deshalb verbieten, weil sie Angst davor haben, wieder zu beginnen. Die immerwährende Frage muss sein: was bringt mir das Rauchen? Die Antwort kann nur lauten: Nix!
Meine linke Körperhälfte will noch immer nicht ganz so wie ich - deshalb häufen sich die Tippfehler in den Texten - ich bitte um Nachsicht.
Vielen Dank für die vielen lieben und aufmunternden Mails - das gibt Halt und Mut. Freunde brauchst du, wenn es dir schlecht geht - ich weiß jetzt, dass ich Freunde habe.
Frank
7.3.2008 - ich und mein Igel-Würfel. Immer in Bewegung bleiben!
1.4.2008 - mit Physiotherapeut Ralf Gerdes in der Praxis Ursula Voigt in Baden-Baden/Steinbach
Und immer wieder schwimmen mit Stephan Schürer, der von seiner 'Sportgruppe' - den 'Oosnixen' - mit "Grüß Gott Herr Kerkermeister" begrüßt wird.
Stephan Schürer
4.4.2008 - v.l..n.r.: Christian, Peter, ich und der 'Kerkermeister' bzw. 'Walbeobachter' Stephan. Das ist der größte Teil der 'Oos-Nixen! Fehlt Günter 'Günni' Mellert!
Mehr Bilder von den 'Oos-Nixen' und was sie inzwischen alles treiben in der Foto-Galerie unter 'Oos-Nixen'.
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Inzwischen sind wir im Jahre 2009 – ich bin ganz zufrieden mit meinem Gesundheitszustand. Immer noch walke ich und gehe mit den Oos-Nixen in schöner Regelmäßigkeit schwimmen. Ich glaube fast, dass ich heute eine besserer Kondition habe als vor dem 14.2.2008.
Vor einigen Tagen flatterte mal wieder eine >Rentenauskunft – kein Rentenbescheid< ins Haus. Da ist von >Regelaltersgrenze< die Rede – und davon, dass ich die am 2.1.2010 erreiche. Die Rente, die mir die >Deutsche Rentenversicherung< in Aussicht stellt, ist so gigantisch, dass man eigentlich weiter arbeiten müsste. Aber so geht es wahrscheinlich den meisten Versicherten. ‚Die Rente ist sicher’ hat Blüm gesagt – ich welcher Höhe hat er nicht erwähnt. Aber mal im Ernst: es gibt noch so viele schöne Orte auf der Welt, an denen ich nie gewesen bin und zu denen ich immer mal hinwollte. ‚Später mal’, habe ich gesagt, wie so viele andere Menschen auch. Aber wann ist ‚später’? Irgendwann ist es zu spät. Ich merke heute schon: ich mache bestimmte Sache nicht mehr, weil ich zu bequem bin. Und mir wird schmerzlich klar, dass ich so manchen Traum von einst nicht mehr verwirklichen kann.
Auf der anderen Seite habe ich bei etlichen ehemaligen Kollegen gesehen, wie sie verkümmerten, als sie ‚in Rente’ gingen. Ich muss also gut überlegen und abwägen, was ich nach dem 2.1.2010 machen will – bzw. noch machen kann. Als Jugendlicher kann man sich kaum vorstellen, dass man mal ein Rentner sein könnte – man plant bis in die Unendlichkeit. Die Jahre rasen immer schneller – und die Erkenntnis, dass das Leben endlich ist, setzt sich irgendwann durch.
Wenn ich bis zum Januar 2010 Sendungen mache, kann ich von mit behaupten, in sechs Jahrzehnten als Rundfunkmoderator gearbeitet zu haben: in den 60ern, den 70ern, den 80ern, den 90ern, den 2000ern und den 2010ern. Nicht schlecht – und sicher auch nicht so häufig anzutreffen. Ich werde prüfen, ob ich damit in das ‚Guinness Buch der Rekorde’ gehöre ;-). Wie oben zu sehen, machte ich am 5. August 1969 meine erste Radiosendung – am 5.8.2009 habe ich also Jubiläum. Mal sehen – ich glaub, ich werde einen auf die Lampe gießen, oder auf das Rotlicht.
Im Moment macht mir das Zusammenstellen und die Moderation von Sendungen immer noch sehr viel Spaß. Nach dem 2.1.2010 und dem erreichen der >Regelaltersgrenze< werden die Karten neu gemischt!
16.1.2009
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Im Studio - am 14.2.2009
The Beat Goes On!
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10.10.2009 - Klar, ich hatte damit gerechnet: in dieser Woche wurde mir vom SWR mitgeteilt, dass man nach einer Überarbeitung des Abendprogramms im Januar 2010 auch am Samstagabend den ‚Kopfhörer’ wie an den übrigen Wochentagen durchziehen möchte – und damit wird meine Sendung gestrichen.
Es hat wenig Zweck, noch einmal darauf hinzuweisen, dass gerade der Samstagabend für eine Sendung wie die meine prädestiniert ist – wer am Samstag gezielt das Radio anstellt, möchte mehr als nur Gedudel, denn sonst würde er ja TV schauen! Aber im Laufe der langen Jahre bei diversen Sendern habe ich gelernt, dass viele vernünftige Argumente abprasseln, wenn man sich einmal für eine Richtung entschlossen hat bzw. wenn einem eine Richtung von z. B. Beratern vorgegeben wurde.
Und auch die vielen positiven Resonanzen, die die Hörer in den letzten Jahren auf den Samstagabend schrieben, zählen da nicht. Als mich der SWF vor nunmehr fast 20 Jahren erstmals aus dem Programm nahm, sagte der damalige Programmchef: ‚Da kommen zwei Waschkörbe voll Post – und dann ist es ausgestanden’. Und so war es ja dann auch – und so wird es wohl auch wieder kommen – nur werden es heute kein Briefe, sondern Mails sein.
Niemand ist unersetzlich, wirklich niemand. Es wird noch viele schöne Radio-Sendungen mit tollen Ideen, Inhalten und Moderatoren geben. ‚Alles hat seine Zeit’ singen die Byrds im Lied "Turn! Turn! Turn! (To Every Thing There Is A Season)". ‘Turn’ ist aber eben auch der Wechsel, der Dreh in eine andere Richtung. Der Text stammt aus der Bibel und ist eine Bearbeitung der Worte des Predigers Salomo. Da heißt es in Kapitel 3 unter der Überschrift "Alles hat seine Zeit", ‚dass alles seine Zeit und seine Stunde hat. Geboren werden ebenso wie sterben. Pflanzen und ernten. Töten und heilen. Weinen und lachen. Klagen und tanzen. Suchen und verlieren. Behalten und wegwerfen. Lieben und hassen. Streit und Friede’.
Prediger Solomon sagte auch: ‚Es geschieht nichts Neues unter der Sonne’ – dazu merkt das Deutsche Sprichwörterlexikon an: ‚Es gibt keinen irrigeren und falscheren Ausspruch als ‚Es geschieht nichts Neues unter der Sonne’. Gerade umgekehrt, es geschieht nie etwas, das schon einmal geschehen ist; die Natur ist gar nicht im Stande, irgendetwas zum zweiten mal hervorzubringen, nicht einmal einen Tag, wie er schon gewesen, oder ein Blatt, wie schon eins da ist. Die Sonne selbst geht nie zum zweiten mal unter denselben Verhältnissen wieder auf, unter denen sie schon einmal aufgegangen ist’.
Somit mache ich am 2.1.2010 meine letzte Sendung für den SWR. Gut - der 2.1.2010 ist mein 65. Geburtstag. Damit könnte ich in 'den verdienten Ruhestand'. Dazu habe ich aber keine Lust. Wie ich bei vielen Gelegenheiten bemerkt habe, ist 'Rundfunkmachen' ja nicht nur meine Arbeit, sondern auch mein Hobby. Und wieso sollte ich das Hobby aufgeben?
Als ich 1969 meine ersten Sendungen machte, waren die öffentlich rechtlichen Sender die einzige Möglichkeit, sich zu 'versenden'. Heute ist das ganz anders. Ich könnte mir heute nur noch sehr schwer vorstellen, bei einem 'Privaten' zu (s)enden. Da müsste man mich schon zu zwingen - mit sehr viel Geld.
Aber was ist denn z. B. mit dem Internet-Radio? Da würde mir wirklich niemand reinreden - da könnte ich wieder völlig unabhängig von 'Format-Zwängen' das senden, was Spaß macht. Und da könnte sich vielleicht auch der ein oder andere Kollege aus z. B. den ‚goldenen Pop-Shop-Tagen’ wieder verwirklichen – und sich nicht zu Hause mopsen.
13.10.2009 - So - jetzt habe ich die Rente beantragt! Ich finde, ich sehe schon richtig aus wie ein Rentner.
Und wie geht es weiter?
Keine Bange - es wird weitergehen - The Beat Goes On. Oder:
Panta Rhei, wie die alten Griechen sagen!
Alles fließt.
Und ist ein Stream nicht ein Strom, der fließt?
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