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Letzte Aktualisierung: 02. Sep 2010 um 18:00 Uhr |
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GLS United |
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Die Fantastischen Drei - so wollten wir uns damals nennen. Allerdings kam es uns dann irgendwie zu arrogant vor. Jedenfalls kann GLS-United von sich behaupten, dass sie die Väter des deutschen Raps sind. Ich kann mich gut daran erinnern, dass 1980 kaum jemand in Deutschland wusste, was Rap ist.
Bei TV-Auftritten von GLS war immer wieder zu beobachten: der einzige, der den Text immer konnte, war Manfred. Unser "Rapper's Deutsch" kam im April 1980 in die deutsche Hitparade und erreichte immerhin Platz 49.
21 Jahre vergingen - 2001 wollte Thomas Gottschalk nach einer verlorenen Saalwette an der Vorausscheidung des 'Eurovision Song Contest' teilnehmen, zog dann seine Kandidatur jedoch wieder zurück. Der für diese Vorausscheidung geschriebene Titel "What Happened To Rock 'n' Roll" (3/01 D 4) erschien dann aber trotzdem im Februar 2001. Auszug aus dem von Thomas selbst geschriebenen Text: 'Ich hab die Schnauze voll/Öder Techno, blöder Rap/dazu tanzt ein gepiercter Depp/Ich brauch Gitarrensound/und den alten Underground'.
Flugs interessierten sich die Medien auch wieder für die alte Platte von GLS. Unsere alten Produzenten Harold Faltermeyer und Hans Scherer waren mit Recht der Meinung, man müsse nun nach mehr als 20 Jahren einen Remix dieser Mutter aller deutschen Rap-Platten machen.
Harold hat die Fingerübung mit uns sicher nicht bereut. Immerhin wurde er danach in den USA ein erfolgreicher Autor für Film- und TV-Musiken. Einer seiner größten Hits war - neben unserer Platte ;-) - "Axel F" (3/85 US 3, 6/85 D 2, 6/85 GB 2) aus dem Film "Beverly Hills Cop". Mit dieser Nummer erreichte er eine Grammy-Nominierung. 1986 erhielt er dann einen Grammy für "Top Gun Anthem" aus dem Film "Top Gun".
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G = Thomas Gottschalk
L = Frank Laufenberg
S = Manfred Sexauer |
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| In zwei TV-Sendungen trugen wir "Rapper's Deutsch" vor - eine davon war die ZDF 'Michael Schanze Show' in der Ruhrland Halle in Bochum am 18.4.1980. Hier der Video-Clip: |
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Niedlich, was im Laufe der Jahre so alles über GLS-United geschrieben wurde.
Hier einige Beispiele:
1980, lange bevor die G Unit die deutschen Klingeltoncharts beherrschte, ja noch deutlich vor Hip-Hip Urgestein wie Advanced Chemistry, fanden sich GLS United zusammen.
Das Dreamteam des deutschen Sprechgesangs setzte sich aus Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer zusammen. Fernab von Battlerap-Gebahren, wie es heute aus Berlin in alle Vorstädte schwappt, zeigen die Drei textlich wo ihre musikalischen Wurzeln liegen, während sie musikalisch neue Möglichkeiten aufgreifen. In Rappers Deutsch erliegt niemand der Versuchung die Botschaft zugunsten des Flows zu kompromittieren. Schnell wird klar, hier sind drei Männer am Werk, die nicht Bereit sind musikalische Kompromisse einzugehen und sich in ihrer Komplexität nicht auf Formeln wie "Hoes, Flows, Moneytoes" reduzieren lassen.
Einiziger Wehrmutstropfen bei Rappers Deutsch ist, dass gerade im Part von Thomas Gottschalk ein eher rückständiges Verhältniss zu Frauen propagiert wird. Hier stehen GLS United am Anfang einer langen und nicht unproblematischen Entwicklung im deutschen Rap.
Dazu auf der selben Seite ein Kommentar von ecco, wer auch immer das ist:
"bitte aufhören! - ich hatte jahre gebraucht, um das zu verdrängen. Ich sag hip hop hippedi hop.
die drei waren schon die krone der schöpfung! es fragt sich nur, welcher...
Auch sehr schön auf http://www.rapedia.de/GLS_United:
"Der wahrscheinlich erste Rapsong in deutscher Sprache war der 1980 veröffentlichte Titel Rapper's Deutsch des Projekts GLS United, das aus Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer bestand. Bei dem Lied handelte es sich um eine deutsche Coverversion des Titels Rapper's Delight der Sugarhill Gang, der im Vorjahr veröffentlicht wurde und heute als der erste kommerziell erfolgreiche Rapsong angesehen wird. Während es sich bei der Sugarhill Gang zwar um eine Castingband handelte, hat ihr Lied es doch im Gegensatz zum Machwerk von GLS United geschafft, Einzug in die HipHop-Kultur zu nehmen. Rapper's Deutsch konnte zwar bis auf Platz 49 der deutschen Charts steigen, hatte aber keine Auswirkungen auf die deutsche HipHop-Kultur, da das Lied eher Parodie als ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Phänomen HipHop war. In dem Buch HipHop XXL wird das Lied daher auch von Ralf Niemczyk als "Treppenwitz der Musikgeschichte" und "Fehlstart der Showmaster" bezeichnet."
Ich selbst schrieb über "Rap", "Rapper's Delight" und "Rapper's Deutsch" in Beiträgen für SWR1:
"Woher kommt Rap? Womit lässt sich der Rap vergleichen? Am einfachsten mit den Minne- und Bänkelsängern des Mittelalters. So gesehen wäre also Walther von der Vogelweide der erste Rapper! Die Nachfolge der Minne traten die Bänkelsänger an. 'Bänkel' geht auf die Verkleinerungsform von Bank zurück. Auf eine Bank musste steigen, wer auf Straßen und Plätzen seine Lieder zu Gehör bringen und von den Zuhörern auch gesehen werden wollte. Für viele Menschen in jenen Tagen des Mittelalters waren die Bänkelsänger die einzige Möglichkeit, Interessantes zu erfahren, was außerhalb ihrer Dorf- oder Stadtmauern vor sich ging. Selbst wenn es Zeitungen gegeben hätte - viele Menschen jener Tage konnten weder lesen noch schreiben. Also hörten sie den Bänkelsängern zu, die über Verbrechen, Katastrophen, Hinrichtungen und andere Dinge sangen, die heute in den Tageszeitungen in der Rubrik 'Bunte Welt' zu lesen sind. Die Rapper, die seit dem Beginn der 80er Jahre über Verbrechen und Katastrophen in ihrem Block erzählen, stehen nicht mehr auf Bänkchen, sondern haben riesige Lautsprecheranlagen. Und die ersten, die mit Rap erfolgreich waren, war die Sugarhill Gang mit "Rapper´s Delight".
Sylvia Robinson, einst die Hälfte von Mickey & Sylvia und auch als Solistin erfolgreich, hatte bei einer Party in Harlem einigen Rappern zugehört. Sie fand die toll und sprach mit einigen Plattenfirmen, ob das nichts für sie wäre.
Die lehnten alle ab: „Rap ist ein Amateursport ohne jede kommerzielle Chance“. OK, sagte sie sich, dann mache ich eben eine eigene Plattenfirma, die sie Sugarhill nannte. Die sollte sich speziell mit dieser neuen Musikform beschäftigten. Mitte September 1979 erschien mit "Rapper's Delight" von der Sugarhill Gang die erste erfolgreiche Rap-Platte. Erstaunlicherweise war sie in England und Deutschland erfolgreicher als in den USA - jeweils Platz 3 in den Charts. Dieser Erfolg lockte auch deutsche Produzenten aus der Ecke. Harold Faltermeyer, späterer Grammygewinner, produzierte mit drei deutschen DJs eine deutsche Version - die hieß „Rapper’s Deutsch“. Die Gruppe nannte sich G.L.S. United. Dahinter verbargen sich der heute völlig unbekannte Thomas Gottschalk = G, der damalige Oldie-Papst Frank Laufenberg = L und Manfred ’Sexy’ Sexauer, der Schwarm aller Altersheime = S. Diese drei dürfen sich heute die deutschen Opas des Rap nennen. Und ob Fettes Brot oder die Fantastischen Vier, wenn man sie nach GLS United fragt, sagen sie spontan: 'Wer soll das sein?' „Rapper’s Deutsch“ ist übrigens wieder auf dem Markt: auf der SWR1-CD „Night-Fever-Hits“."
Daran sieht man vielleicht, dass wir drei das auf jeden Fall lockerer sehen, als so mancher Kritiker heute!
"Thomas Gottschalk, Manfred Sexauer und Frank Laufenberg ? GLS-United, 1980 : Rappers Delight. Thommy singt den Schlußpart. Grauenvoll anzuhörern, aber dennoch witzig."
oder:
"Pah, das ist die Jugend von heute - geht zu wikipedia. Unsereiner geht zum Plattenschrank und sieht dort nach.
Und btw, so schlecht war "Rappers Deutsch" gar nicht - mit Thomas Gottschalk (ein ganz witziger Moderator beim Bayerischen Rundfunk), Frank Laufenberg ("Mister SWF 3" und _die_ Kompetenz in Sachen Rockwissen) und Manfred Sexauer ("Musikladen", ARD-Nachtprogramm). War ein ganz witziges Ding, damals. Müßte ich noch irgendwo auf einer Kassette haben.
Was bei Wiki mal wieder fehlt ist der Hinweis, daß "Rappers delight" mit dem üblichen Klischee "ein-paar-schwarze-underdogs-treffen-sich-zufällig-und-rappen-sich-aus-ihrem-ghetto" soviel gemeinsam hatte wie ein Eierkuchen mit einem Airbus - das Teil war eine rein kommerzielle Produktion.
hugo 10.11.2006 - 09:56"
oder:
"Musikgeschichtlich betrachtet wird Thomas "Thommy" Gotschalk immer ein bedeutender Teil der deutschen Historie sein. Schließlich war er der erste Rapper, der jemals in deutscher Sprache rappte. Der Song hieß "Rappers Deutsch" und war ein Cover von "Rappers delight", dem Hit der Sugarhill Gang aus dem USA.
Wie wichtig dieser Song immer noch ist, kann man unter anderem daran erkennen, dass man ihn als Klingelton fürs Nokia 3300 herunter laden kann. Natürlich nebst jeder Menge Fun. Als Thomas Gottschalk damals mit Manfred Sexauer (Radio Bremen Beatclub) und Frank Laufenberg - dem schlechtem Rockergewissen der BRD - dieses Lied trällerte, gab es zwar schon Telespiele, aber der Siegeszug der Handys war noch in weiter ferne."
oder:
lala hört euch mal GLS-United-Rappers deutsch an
Des hat n kumpl von mir gefunden. Da is u.a. der thomas gottschalk dabei und die ham des ca. 1Jahr nach dem Rappers Delight rauskam gesampled also is es alt und hat n bart... aber lustig zum wegschmeißen is halt ned ernst gemeint aber echt total cool.
Wie dem auch sein - und was immer irgendwer heute sagt:
Wir hatten unseren Spaß - und ahnten sicher nicht, was aus 'Rap' einmal werden würde. Und keiner von denen, die sich ernsthaft oder nur aus Gaudi mit Rap beschäftigen, kann eins abstreiten:
GLS-United waren die ersten deutschen Rapper!
Schöne Bilder von GLS-United auch in der 'Foto-Galerie' Kategorie GLS-United!
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